VKD und VDGH: Keine Wünsche, sondern Notwendigkeiten

Geschrieben von femak e. V..

VKD und VDGH: Beste Qualität erfordert bessere Rahmenbedingungen!

PRESSEMITTEILUNG -
Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. - 02.03.2015 15:11 CET

Berlin, d. 26. Februar 2015. Beste Qualität von Krankenhausleistungen fällt nicht vom Himmel. Sie braucht entsprechende Rahmenbedingungen. Das machten die Veranstalter und Teilnehmer des inzwischen 22. Führungskräfteseminars von VKD und VDGH Ende vergangener Woche deutlich. „Qualität – mehr als ein Schlagwort“ war das Thema der traditionellen gemeinsamen Veranstaltung des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands und des Verbandes der Dianostica-Industrie in Berlin.

Die Krankenhäuser fangen mit dem Thema Qualität nicht bei Null an. VKD-Präsident Dr. Josef Düllings verwies gleich zu Beginn der Tagung darauf, dass die Krankenhausversorgung in Deutschland bereits ein anerkannt hohes Qualitätsniveau hat. Wenn die geplante Offensive der Politik für weitere erhebliche Verbesserungen gelingen soll, müsse sie entsprechende Bedingungen dafür schaffen. Und dazu gehöre es zum Beispiel, dass Kliniken – gerade wenn sie beste Qualität lieferten und dadurch auch mehr Patienten hätten – nicht mit einem Mehrleistungsabschlag auf die Vergütung bestraft würden. Insofern erwarte das Krankenhausmanagement durchaus, dass die Politik ihr Versprechen im Koalitionsvertrag, gute Qualität müsse sich für die Krankenhäuser auch finanziell lohnen, mit der angekündigten Krankenhausreform nun auch einlöse.

Leider spiegelten dies die Eckpunkte der Bund-Länder-Arbeitsgruppe nicht wider. Auch eine Lösung für die prekäre finanzielle Lage vieler Krankenhäuser zeichne sich nicht ab. Insbesondere sei eine Lösung für die jahrelange unzureichende Investitionsfinanzierung durch die Länder fast völlig unter den Tisch gefallen. Damit aber könnten die durchaus unterstützenswerten Pläne der Bundesregierung für bessere Qualität einschließlich einer notwendigen Investitionsoffensive im IT-Bereich nicht umgesetzt werden.

Lothar Riebsamen, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dämpfte allerdings die Erwartungen im Hinblick auf die Umsetzung der umfassenden „Wunschliste“ der Krankenhäuser.

Dass es sich nicht um Wünsche, sondern um notwendige Voraussetzungen handelt, bekräftigte Dr. Bernd Metzinger von der Deutschen Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG). Bereits jetzt würden jährlich etwa 3,2 Mio. stationäre Fälle aus 30 Leistungsbereichen im Rahmen der externen Qualitätssicherung analysiert, von denen nach Abschluss eines strukturierten Dialogs nur noch etwa 1.800 Fälle auffällig seien. Dies sei ein ausgezeichnetes Ergebnis. Dies weiter zu verbessern, benötige eine entsprechende strukturelle und finanzielle Basis, forderte auch er. Kritisch merkte er an, die von der Politik ausgerufene Qualitätsoffensive erwecke den Eindruck, dass dieses Thema gerade erst erfunden worden sei. Unterstützung erhielt dabei er vom Präsidenten des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, der erklärte: „Allein das Ausrufen einer Qualitätsoffensive geht zu Lasten der Kliniken, weil damit unterstellt wird, dass derzeit insgesamt eine schlechte Qualität geleistet werde.“

Dr. Wulf-Dietrich Leber vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verwies auf die Schwierigkeit, Qualität umfassend messbar zu machen. Er könne sich zwargut vorstellen, finanzielle Anreize für Klinken zu schaffen, die sich durch eine sehr gute Behandlungsqualität auszeichneten, aber die Schaffung eines neuen Qualitätsindikators erfordere mehrere Jahre. Man könne daher nur auf Basis der derzeit verfügbaren Indikatoren Bewertungen vornehmen.

Die grundsätzlichen Aussagen aller Beteiligten zum Qualitätsniveau der stationären Versorgung wurden intensiv diskutiert und durch weitere Referenten mit zahlreichen Praxisbeispielen ergänzt. Dabei standen die Schwerpunkte Informationslogistik, Diagnostik, Messbarkeit der Patientensicherheit und das Einholen einer Zweitmeinung im Vordergrund. Insbesondere trage auch die Industrie mit Innovationen, intensiver Forschung und Entwicklung, zum Beispiel auf dem Gebiet der Früherkennung von Krankheiten, beim Infektionsschutz und in der Labordiagnostik zu stetigen Qualitätsverbesserungen bei.

Eine wichtige Forderung aller Teilnehmer war, die bereits jetzt vorhandene intensive Qualitätssicherung transparenter zu machen und unbedingt auf den ambulanten Bereich auszuweiten, da dort dieses Thema bisher ein „unbeschriebenes Blatt“ sei.

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