Neben MRSA jetzt auch noch VRE-Keime im Krankenhaus

Geschrieben von femak e. V..

Medien machen auf VRE-Keim im Krankenhaus aufmerksam

femak 07.04.2015: Auf der Frühchenstation des Düsseldorfer Nightingale-Krankenhaus sorgt die Verbreitung eines gefährlichen Darmkeims für Alarmstimmung. Es ist ein gegen das Antibiotikum Vancomycin resistenter Darmkeim entdeckt worden. In der Klinik sind insgesamt 13 Neugeborene mit dem widerstandsfähigen VRE-Keim infiziert und auch nachgewiesen. Bei zwei von ihnen war die Lage kritisch. Am 05.03.2015 meldete das dortige Labor, dass ein Kind eine Infektion hat, ein weiteres Kind besiedelt ist. Neben der sofortigen Behandlung der Kinder wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen, die eine Übertragung des Keimes auf weitere Patienten verhindern soll.

VRE-Keime sind sogenannte Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE-Bakterien), die schwerkranken Menschen gefährlich werden können. Sie können z. B. über Wunden in den Körper gelangen oder befinden sich an Türklinken oder WCs. Die Therapie von VRE-Infektionen kann sich sehr schwierig gestalten, da die Bakterien multiple Resistenzen aufweisen.

Krankenhäuser sind sich der Gefahr bewusst und trotzdem sind jetzt ausgerechnet gut beschützte Frühchen betroffen. Eltern sind hilflos und können nichts machen. Sie können nur dem Krankenhaus die Empfehlung geben, die Hygienemaßnahmen zu verändern. Nutzen Sie die einfache Möglichkeit der Händedesinfektion beim Besuch erkrankter Menschen beim Betreten und auch beim Verlassen der Station. Einfache Mittel, die, wenn vorhanden, auch unbedingt genutzt werden sollten!

Fünf der 13 betroffenen Kinder werden zurzeit noch im Krankenhaus behandelt. Sechs von ihnen sind inzwischen Zuhause. Zwei der Kinder sind gestorben, allerdings offenbar nicht wegen der Keiminfektion. Das Krankenhaus ist noch auf der Suche nach der Quelle der Keime. Nach eigenen Angaben wurde aber noch nichts gefunden. Trotzdem, die Diskussion über Hygienemängel in deutschen Krankenhäusern dürfte wieder neu entfacht sein.

femak setzte sich in letzter Zeit bei Tagungen bereits mehrfach mit der Hygiene in deutschen Krankenhäusern auseinander.

Jürgen Geißler
Öffentlichkeitsarbeit femak