Review - femak aktuell 2017 - Fedderingen / Sicherheit

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femak aktuell Thema Sicherheit – Veranstaltung in Fedderingen/Heide

Die Begrüßung zu der gut besuchten Veranstaltung übernahm Bundesvorsitzender Harald Bender. Herr Wulff Senior als Gastgeber bei der Fa. Wulff Med Tec hieß die Teilnehmer ebenfalls willkommen und gab das Wort an Dieter Steinmüller (femak) der durch das Programm führte.

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Herr von der Becke, Geschäftsführer der Kliniken Nordfriesland, brachte seine Visionen zum Thema Sicherheit als ehemaliger Manager bei einem Industrieunternehmen der Automobilindustrie zum Ausdruck. Digitalisierung im Gesundheitswesen mit Online-Apotheken, Online-Sprechstunden sind schon erste Ansätze aufgrund Fachkräftemangels, stehen aber teilweise im Widerspruch mit unseren Datenschutzgesetzen. Potenziale nutzen, logistische Prozesse beherrschen und verbessern führen zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit. Der Kostendruck und der Fachkräftemangel werden die Krankenhauslandschaft stark verändern. Die Automobilindustrie hat schon vor 25 Jahren mit automatisierter Logistik, Warenannahme und Rechnungsbuchung richtungsweisende Konzepte erarbeitet und umgesetzt.

Herr Manfred Domnick, Key-Account-Manager der Fa. Aescudata stellte sein „Konzept der Dokumentationspflicht von Implantaten im OP und deren Auswirkungen auf die logistischen Prozesse“ vor. „Amor“ als führendes Materialwirtschaftsprogramm kann jetzt schon unterschiedliche Barcodes verarbeiten, Implantatepässe erstellen und eine Auswertung nach allen Kriterien ermöglichen. Grundsätzlich sind für eine funktionierende Materialwirtschaft strukturierte Stammdaten notwendig. Konsignationslagerverwaltung, Wareneingangskontrolle mit Chargendoku sind mittlerweile Standard. Die Veränderungsbereitschaft für bestehende Abläufe ermöglichen weitere Einsparpotentiale, z.B. durch eine automatisierte Rechnungskontrolle.

Sylvia Reingardt, Senior Managerin bei GS1 widmete sich ausführlich dem Thema „Mehr Zeit für den Patienten – sicher und effizient mit einem einfachen Scan. Herausforderung des Gesundheitswesens auch durch die alternde Bevölkerung, teure u. hochwertige Medizin, Qualitäts- und Leistungskontrollen können nur durch Standardisierungsmaßnehmen und richtiger Dokumentation mittels gezielter Scans  entgegengetreten werden. Fehlende Rückverfolgung aufgrund fehlender Daten können durch nur durch elektronische Identifikation und Dokumentation schnell und gründlich durchgeführt werden. Es sind Standards zu entwickeln, um die am Markt vorhandenen unterschiedlichen Codes zu verarbeiten. Hierzu bietet die Fa. GS1 professionelle Hilfe zu vertretbaren Kosten an.

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Heino Wulff, Geschäftsführer der Fa. Wulff Med Tec GmbH, übernahm den Vortrag Prozessoptimierung und Patientensicherheit am Beispiel - Einsatz von viskoelastischen Matratzen in der Klinik. Als Marktführer bei viskoelastischen Matratzen im Klinikbereich tragen sie zur Prozessoptimierung und Patientensicherheit durch Dekubitusprophylaxe gemäß Expertenstandard, hohen Brandschutz/Hygienestandard, Kennzeichnung der Matratzen (Doku Aufbereitung) bei. Durch entsprechender Ausstattung der Matratzen (z.B. Dicke und Anordnung der unterschiedlichen Schaumstoffe) bieten Sie zudem eine Prophylaxe bei adipösen Patienten. Gerade bei Klinken für Langzeitbeatmete können Sie viele Erfolge nachweisen.

Die Betriebs- und Produktionsbesichtigung leitete Herr Wulff Senior, der den Teilnehmern die Firmenphilosophie näher brachte. Ziel ist, in 2-3 Jahren ein energieautarkes Unternehmen mittels Solar- u. Windenergie zu führen und einen entscheidenden Beitrag zum Klimawandel zu leisten.

Andreas Rüppel, Teamleitung bei Fa. Standard System ging auf seinem Vortrag „Auswirkungen des Krankenhaus-Struktur-Gesetzes oder wie gute Qualität die Finanzierung sichern soll!“ auf diverse Expertenstandards (Nationale Pfelgestandards, Entlassmanagement, Ernährungsmanagement, Dekubitusprophylaxe, Sturzprophylaxe) ausführlich ein. Vorgabe & Herstellung von Verbindlichkeit sind Grundlagen, um die Standards zu etablieren und haftungsrechtlich relevant zu gestalten. Fehlerhafte Risikoeinschätzung, fehlende Hilfsmittel, fehlende Doku bei Verschlechterung des Allgemeinzustands sind eindeutige Qualitätsdefizite und können durch entsprechende Vorgaben korrigiert werden.

Herr Schmitt, Key-Account-Manager bei der Fa. Mediaform, rundete die Veranstaltung mit dem Thema „Patientensicherheit im Allgemeinen bzw. Patientenidentifikation, patientennahe Diagnostik und die Herausforderung der Barcodeerkennung sowie Barcode-Spritzen- u. Probenkennzeichnung im Speziellen“ ab. Das Patientenarmband ist seines Erachtens bei OP, Diagnostik, Therapie, Pflege, Wundversorgung, Präanalytik … unverzichtbar und kann einen entscheidenden Einfluss auf schnelle und sichere Doku. bringen. Hierzu leistet Mediaform Hilfe auch durch Standardisierung z.B. bei einheitlichen Wirkstoffnamen, bei den zertifizierten Etiketten- u. Klebstoffbedingungen. Durch eine entsprechende Software können lange Lieferzeiten bei der Etikettenproduktion vermieden werden, Wegfall von Lagerungsboxen, höhere Beschriftungsrate, mehr gedruckter Inhalt und Vermeidung von Übertragungsfehlern realisiert werden. Sicheres Einlesen der Etiketten bei bestimmten Spritzentypen für Spritzenpumpen wird ebenfalls schon umgesetzt. Zum Schluss seines Vortrages gab er noch einen Ausblick auf Patientenarmbänder mit RFID-Chip und personalisierte Medikationsetiketten.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Ein dicht gedrängtes Programm mit viel Information, eine sehr gute Organisation vor Ort durch Med-Tec Wulff und nicht zuletzt durch die femak-Aktiven, waren  Garanten für eine kurzweilige und interessante Veranstaltung.


Robert Günthner


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