Review - femak Symposium 2017 - Leipzig - Der Patient im Netzwerk

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Das femak-Symposium: Digitalisierung - „Der Patient im Netzwerk"


Zukunft Krankenhaus-Einkauf 2025 - Die Umfrageergebnisse
Stefan Krojer, Leiter Wirtschaft und Versorgung St. Marien-Krankenhaus Berlin, stellte seine Zukunftstudie vor.

 (PDF-Datei)  "Krankenhaus-Einkauf 2025"

Hier sind noch die Interviews vom Symposium:
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Am 12.09.2017 waren auch zwei sehr junge Krankenhaus-Digitalisierer nach Leipzig gekommen. Jan Schumann aus Mönchengladbach und Florian Bechtel aus Freiburg.

Symposium 03
Jan Schumann befindet sich mit seinem Alter von 17 Jahren in den letzten Zügen seiner Schullaufbahn – und mitten in der Gründung seines Unternehmens!

Florian Bechtel ist 23 Jahre alt und arbeitet als Gesundheits- und Krankenpfleger in Freiburg am Universitätsherzzentrum auf der Herz- und Gefäßchirurgischen Intensivstation, kennt also Digitalisierungspotenziale im Krankenhaus aus erster Hand.

Gemeinsam stellten sie das „Krankenhaus der Zukunft“ vor, in dem es durch digitalisierte und automatisierte Prozesse gelingt, den demografischen Wandel und den, besonders im Berufsfeld der Pflege, stark progredienten Fachkräftemangel einzudämmen.

Sie hoben in ihrem 45minütigen Vortrag hervor, dass es auch hier vor Allem darum ginge, Prozesse im Stationsalltag effizienter zu gestalten und so einen gewaltigen Zeitbetrag einzusparen, welcher letztendlich dem Patienten zugutekommt, da insbesondere die Pflegefachkräfte sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren könnten, weil sie größtenteils von fachfremden Tätigkeiten und unnötigen Laufwegen verschont blieben.

Herzstück dieses „Krankenhauses der Zukunft“ sei die Vernetzung der Berufsgruppen untereinander und, besonders wichtig, des Patienten mit den betreuenden Akteuren. In diesem Zuge stellten sie ihr Projekt des sprachgesteuerten Patientenzimmers vor, welches zum einen einfache Tätigkeiten, wie die Regulation der Zimmertemperatur oder das Öffnen und Schließen der Fenster vollautomatisch mittels eines einfachen Sprachbefehls ausführt. Dies gibt insbesondere Patienten mit einer stark eingeschränkten Mobilität ihre Autonomie zurück und nimmt dem Pflegepersonal viel Arbeit ab.

Zum anderen lässt sich die Dokumentation von Pflegehandlungen über die Sprachsteuerung nach dem Vorbild einer „SmartHome“ – Steuerung, durchführen. Auch hier könne enorm Zeit eingespart werden, da die Dokumentation in vielen Programmen sehr umständlich sei und in vielen Krankenhäusern sogar noch auf Papier erfolge.

Durch die Vernetzung in Kombination mit besagter Sprachsteuerung ließe sich anhand von nur einer Pflegehandlung über 30 Stunden pro Pflegekraft pro Monat einsparen. Diese könnte man beispielsweise für prophylaktische und Hygienemaßnahmen verwenden und so Komplikationen wie Lungenentzündungen und nosokomiale Infektionen verringern, wodurch, in der Folge, die durchschnittliche Verweildauer insbesondere von hochbetagten Patienten abnehme.

Diese beeindruckende Zahl veranschaulichten sie mit einer einfachen Rechnung, die anhand eines Beispiels auf einer realen Station durchgeführt wurde.

Allerdings betonten die beiden auch, dass diese Digitalisierungsmaßnahmen nur ihren vollen Effekt erzeugen könnten, wenn die eingesparte Zeit nicht in Personalkürzungen ende.

Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt vom Mut und Innovationsgeist der Referenten, äußerten aber gleichzeitig ihre Skepsis, da für solch weitreichende Digitalisierungsmaßnahmen (noch) die Budgets fehlten.

Stefan Krojer

Impressionen

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Bilder: femak 2017